|
Obwohl das erste Ladyfest erst im Jahr 2000 stattfand ist die Idee, welche hinter dem Ladyfest steht älter. Ihren Ursprung hat diese Idee in der Riot grrl Bewegung. Riot girl / Riot Grrl (von engl. "riot" = Aufruhr und "girl" = Mädchen) bezeichnet eine Anfang der 1990er Jahre in der US-amerikanischen Hardcore-Punk-Szene, ursprünglich vor allem in Olympia (Washington), entstandene feministische subkulturelle Bewegung. Einerseits wurde auf die starke Überzahl männlicher Musiker und deren Dominanz in der Musikszene, andererseits auch als typisch männlich empfundene Bestandteile von Bühnenshows reagiert.
Thematisiert werden im Rahmen der Riot-Grrrl-Bewegung neben Gleichberechtigung und künstlerischer Verwirklichung von Frauen und Männern die Selbstverwaltung von Künstlerinnen und Künstlern und die Schaffung von alternativen Produktions- und Vertriebsstrukturen. All-Girl-Bands schossen aus dem Boden, kamen auf den Labels von FreundInnen unter und schrieben eine Fülle von Fanzines.
Der Slogan der Bewegung lautete Revolution Girl Style Now!  Die Widerstandsstrategien vieler riot grrrls zeichnen sich durch subversive Aneignungen, Kommunikationsguerilla-Taktiken und Überzeichnungen aus. Damit wird versucht, die Bedeutungen dessen, was als „weiblich“ und „normal“ gilt, aufzudecken und durch Verschiebungen anzugreifen.
Fortgesetzt wird die Bewegung heute unter anderem mit den Ladyfesten.
Ein Ladyfest ist eine zumeist nicht-kommerzielle, mehr tägige Veranstaltung, die meist von Frauen, Lesben und Transgendern organisiert wird, dabei jedoch für Menschen aller Geschlechtsidentitäten offen ist. Das erste Ladyfest fand im August 2000 in Olympia (Washington) statt. Im Jahr darauf gab es fünf Veranstaltungen dieser Art, darunter auch eine in Europa, in Glasgow (Schottland). Seither hat die Anzahl der weltweit organisierten Ladyfeste jährlich zugenommen. Das erste Ladyfest in Deutschland fand 2003 in Hamburg statt.
Die verschiedenen Ladyfest-Veranstaltungen werd en jeweils eigenständig und dezentral organisiert; die Ladyfeste bilden zwar ein weltweites Netzwerk, jedoch gibt es keine zentrale Organisationsstruktur. Dadurch können die Schwerpunkte und auch die Organisation der einzelnen Feste durchaus voneinander abweichen. Trotzdem teilen die weltweiten Ladyfeste eine gemeinsame Zielsetzung, nämlich der Unterrepräsentation von Frauen und Mädchen innerhalb der Musik- und Kunstszene entgegenzutreten und Strategien gegen herrschende Ausschluss- und Unterdrückungsmechanismen zu entwickeln. Dazu gehört auch der Angriff auf die von den Veranstaltern als solche empfundene hegemoniale heterosexuell geprägte Zweigeschlechtlichkeit. Üblicherweise gibt es bei der mehrtägigen Veranstaltung ein breites Angebot an Workshops, Konzerten, Partys, Lesungen, Filmen, Diskussionsveranstaltungen und Ausstellungen mit queer/feministischer Thematik.
|